Let’s Free the Soil! With a diversity of tactics!

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Für Klimagerechtigkeit zu kämpfen heißt für einen radikalen Systemwandel einzustehen und weitere Zerstörung möglichst unmittelbar zu verhindern. Für diesen Wandel nutzen Menschen verschiedene Formen, um Aufmerksamkeit auf bestimmte herrschende Strukturen, konkrete Akteur*innen und/oder Knotenpunkte zu lenken – und so Orte der Zerstörung zu Orten des Widerstands zu machen. Eine Vielfalt an Taktiken ist für diesen Wandel unbedingt notwendig. Diese Diversität kann zu Latschdemos genauso wie zu Sabotageaktionen führen. Anstatt an sogenannten gewalt-freien Taktiken zu kleben und unseren vielfältigen Protest in gut und böse spalten zu lassen, sollten wir aus einem Pool an Taktiken die auswählen, die unseren Strategien und Zielen am meisten entsprechen.

 

Als Free the Soil sich 2018 formiert hat, kamen dabei Menschen (vorallem aus der Klimagerechtigkeitsbewegung verschiedener nordeuropäischer Länder) zusammen, die die Rolle der industriellen Landwirtschaft in der Klimakrise und die Macht der großen Landwirtschafts-Player im herrschenden, kapitalistischen System scharf kritisieren. Bei den ersten Treffen wurde daher überlegt, wie es geschafft werden kann, innerhalb und außerhalb der Klimagerechtigkeitsbubble bislang fehlende Aufmerksamkeit zu diesem Problemfeld zu lenken.

Im Rahmen dieser Überlegungen wurde sich einerseits für ein Bildungscamp entschieden. Ziel dabei ist es Menschen zusammenzubringen, die sonst nur übereinander reden, Input anzubieten, um Wissen zu teilen und zu verbreiten und einen Ort der Zerstörung mit eigenem Programm zu bespielen. Neben dieser Bildungsarbeit, die sich nicht nur auf das Camp beschränkt, sondern bislang durch viel Recherche, Netzwerkarbeit und Vorträge geprägt war, wollten die Menschen aktiv ein Zeichen des Widerstandes setzen. Mit einer Massenaktion zivilen Ungehorsams wird deshalb eingeladen, YARA, einen der größten Player der industriellen Landwirtschaft in Verantwortung für seine (neo)kolonialen, boden- und klimazerstörenden, greenwashing-propagierenden Handlungen zu ziehen.

Diese Aktionsform ist ausschließend für Menschen mit (körperlichen) Beeinträchtigungen, Menschen, die sich in großen Gruppen und mit einem Aktionskodex nicht wohl fühlen oder die aus sonstigen Gründen Massenaktionen meiden (müssen). All diesen Menschen, die im Rahmen von Free the Soil aktiv werden wollen, soll keine Aktionsform, die sie selber nicht gewählt haben, übergestülpt werden. Fühlt euch viel mehr ermutigt, autonom selber kreativ eure Form des Zeichensetzens zu finden. Mehr dazu hier: https://freethesoil.org/mass-action-2019/nail-polish/ . Kurz gesagt: autonome Kleingruppenaktionen sind mehr als willkommen. Und das vor Ort bei YARA in Brunsbüttel (nahe Hamburg) oder dort, wo ihr Orte der Zerstörung ausfindig macht.

Wieso gerad Repressionen bei Aktionen gegen die industrielle Landwirtschaft riskieren? Und wieso gerad bei YARA? Antworten darauf gibt es auf der FtS Website (freethesoil.org), wobei die englische Version deutlich informativer ist.

Ihr wollt vorbeikommen? Camp und Aktionen sind am 19.-25. September in St. Margarethen (Schleßwig-Holstein). Anreisetipps auf der Website.

 

 

 

Resistance is fertile!

 

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