[L] Erneuter Anquatschversuch durch den Verfassungsschutz

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Anfang September ereignete sich erneut ein Anquatschversich in Leipzig. Die Mitarbeiter*innen des Verfassungsschutzes suchten zuerst die Meldeadresse des Betroffenen auf, an welcher sie seine Mutter antrafen und versuchten, diese über den Betroffenen auszufragen.

Die Mutter ging auf die Fragen der Mitarbeiter*innen nicht weiter ein.
Am nächsten Tag suchten die Mitarbeiter*innen den Betroffenen an seiner Arbeitstelle auf und passten diesen zu Feierabend ab. Der Betroffene ließ die beiden abblitzen und lehnte jedes Gespräch ab.

Die Verfassungsschutzmitarbeiter*innen agierten in „good Cop, bad Cop“-Manier:
Eine Mitarbeiterin, ca 25 Jahre alt, dunkle Haare zum Pferdeschwanz gebunden, Brillenträgerin, Sommersprossen, ca 165 cm groß, gepflegtes, lässiges Äußeres, trat freundlich, aber bestimmt auf und übernahm vorwiegend die Kommunikation. Sie stellte sich als Frau Steinweg vor und ist unter der Telefonnummer 015738140389 erreichbar.
Der andere Mitarbeiter war ca 50 Jahre alt, ca 180 cm groß, hat blaue Augen und graumelierte, etwas längere Haare und trat zurückhaltend und streng auf.
Beide trugen Masken, deswegen waren ihre Mundpartien nicht sichtbar.

Die beiden versuchten, den Betroffenen auszufragen und drohten bei Nicht-Antwort mit einer Vorladung oder negativen Konsequenzen für seine Arbeit. Zu Beginn des Anquatschversuchs agierten die beiden Mitarbeiter*innen freundlich, auf die wiederholte vehemente Ablehnung des Gesprächs dann aber sichtlich streng und unfreundlich.
Zu Beginn des Anquatschversuchs gegenüber dem Betroffenen selbst rügten die beiden sogleich, dass dieser sich nicht eigenständig bei dem Verfassungsschutz gemeldet hatte, hatten sie doch „am Vortag bei der Mama ihre Telefonnummer hinterlassen“. Dieses Vorgehen wirkte manipulativ und zielte darauf ab, bei dem Betroffenen für sein vermeintlich unangebrachtes Verhalten ein schlechtes Gewissen zu erzeugen. Weiter stellten sie in Aussicht, dass dieser Fehler verziehbar wäre, wenn er das ausstehende Gespräch noch nachhole.
Es war nicht einfach, ihr Kommunikationsbestreben zu unterbrechen und die Situation zu beenden, da sie sehr engmaschig nachfragten und bemüht waren, sie Hoheit über die Situation zu behalten. Die Situation dauerte maximal 5 Minuten an.
Zum Abschluss wünschte Frau Steinweg dem Betroffenen eine „gute Fahrt“ und tätschelte den Lenker seines Fahrrads.

Wenn auch ihr von Verfassungsschutz oder Staatsschutz angequatscht werdet, verweigert jegliches Gespräch und macht das Geschehene öffentlich, um die Schnüffler*innen aus der Deckung zu holen. Lasst euch nicht unter Druck setzen und – vor allem – macht euch keine Vorwürfe, dass es euch getroffen hat.
Wenn ihr betroffen seid, holt euch Unterstützung und veröffentlicht das Geschehene. Kommt dazu gern in die Sprechstunde von EA und Rote Hilfe, jeden Freitag von 17:30 bis 18:30 Uhr im linXXnet, Brandstr. 15, 04277 Leipzig.

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