Desaster für Zirkus Busch-Roland
Neumünster- Das fast einwöchige Gastspiel in der Stadt hat sich der Zirkus sicherlich anders vorgestellt. Tausende Euro Sachschaden durch nächtliche Sabotageakte von Unbekannten, schlechte Presse, ausbleibende Besucherströme und eine Flyer-Aktion von TierrechtlerInnen machten den Gästen das Leben schwer.
Der Holsteiner Courier berichtete am Dienstag, den 19. August, dass Unbekannte gut 80 Prozent der 400 Werbeplakate des Zirkus mit „Fällt aus“- Schriftzügen dekoriert hätten, in der Innenstadt sogar jeder Aufsteller betroffen gewesen sei. Deswegen hätten die PlakatiererInnen, die bereits in Kiel, dem nächsten Aufenthaltsort von Busch-Roland, tätig waren, zurückgerufen werden müssen. Eine Zirkus-Sprecherin bezifferte den Schaden auf mehrere Tausend Euro.
Einen Tag später berichtete das Blatt, dass weitere 80 Plastik-Plakate abgerissen und mit einem Messer zerstört worden seien, wodurch weitere 500 Euro Schaden entstanden seien. Zusätzlich entständen dem Zirkus nun enorme Kosten für die zusätzlichen Sicherheitskräfte, die zur permanenten Überwachung der Manege erforderlich seien.
Als „Temporeich, aber an Höhepunkten arm“ beurteilte die Zeitung anschließend die Show, die der Zirkus bei insgesamt neun Vorstellungen in Neumünster präsentiert. Diese schlechte Presse und die sabotierte Werbung haben offensichtlich dazu geführt, dass nun auch noch die ZuschauerInnen ausbleiben: Bereits bei der dritten Vorstellung war das Zirkuszelt nur halb gefüllt.
Zu allem Ärger rufen nun auch noch TierrechtlerInnen zum Boykott von Tier-Zirkussen auf. Eine Gruppe TierrechtlerInnen verteilte am Mittwoch sowohl zur Nachmittags- als auch zur Abendvorstellung insgesamt 400 Flugblätter an ZirkusbesucherInnen und AnwohnerInnen. Die Flugblätter sehen den Zirkus-Aufrufen täuschend ähnlich, statt für die Busch-Roland-Show "The Color Of Life" zu werben wird aber unter dem Titel "The Color Of Torture" auf die Ausbeutung von Tieren in Zirkussen allgemein und konkret bei Busch-Roland aufmerksam gemacht. Auszug aus dem Boykott-Aufruf: „Zirkus - das ist Glitzer, Musik und Nervenkitzel. Aber nur für Menschen. Für die Tiere bedeutet der Zirkus ein Leben in Käfigen, Transportern, Ketten. […] Es geht nicht darum, dieses Verbrechen durch größere Gehege zu legalisieren. Tiernummern im Zirkus gehören ausnahmslos verboten. In den skandinavischen Ländern und neuerdings auch in Österreich dürfen Zirkusse mit Wildtieren schon nicht mehr auftreten. Und wer behauptet, dass diese Gesetze das Ende aller Zirkusse bedeuten, der kennt nicht den Zirkus Flic Flac, den Cirque du Soleil oder den Chinesischen Nationalzirkus. Sie begeistern das Publikum, ohne dass auch nur ein einziges Tier gequält wird.“
Abzuwarten bleibt, ob dem Zirkus in Kiel ein ähnlicher Empfang bereitet wird. Unklar ist auch, wie lange Busch-Roland sich solche Blamagen finanziell leisten kann.
Einen Tag später berichtete das Blatt, dass weitere 80 Plastik-Plakate abgerissen und mit einem Messer zerstört worden seien, wodurch weitere 500 Euro Schaden entstanden seien. Zusätzlich entständen dem Zirkus nun enorme Kosten für die zusätzlichen Sicherheitskräfte, die zur permanenten Überwachung der Manege erforderlich seien.
Als „Temporeich, aber an Höhepunkten arm“ beurteilte die Zeitung anschließend die Show, die der Zirkus bei insgesamt neun Vorstellungen in Neumünster präsentiert. Diese schlechte Presse und die sabotierte Werbung haben offensichtlich dazu geführt, dass nun auch noch die ZuschauerInnen ausbleiben: Bereits bei der dritten Vorstellung war das Zirkuszelt nur halb gefüllt.
Zu allem Ärger rufen nun auch noch TierrechtlerInnen zum Boykott von Tier-Zirkussen auf. Eine Gruppe TierrechtlerInnen verteilte am Mittwoch sowohl zur Nachmittags- als auch zur Abendvorstellung insgesamt 400 Flugblätter an ZirkusbesucherInnen und AnwohnerInnen. Die Flugblätter sehen den Zirkus-Aufrufen täuschend ähnlich, statt für die Busch-Roland-Show "The Color Of Life" zu werben wird aber unter dem Titel "The Color Of Torture" auf die Ausbeutung von Tieren in Zirkussen allgemein und konkret bei Busch-Roland aufmerksam gemacht. Auszug aus dem Boykott-Aufruf: „Zirkus - das ist Glitzer, Musik und Nervenkitzel. Aber nur für Menschen. Für die Tiere bedeutet der Zirkus ein Leben in Käfigen, Transportern, Ketten. […] Es geht nicht darum, dieses Verbrechen durch größere Gehege zu legalisieren. Tiernummern im Zirkus gehören ausnahmslos verboten. In den skandinavischen Ländern und neuerdings auch in Österreich dürfen Zirkusse mit Wildtieren schon nicht mehr auftreten. Und wer behauptet, dass diese Gesetze das Ende aller Zirkusse bedeuten, der kennt nicht den Zirkus Flic Flac, den Cirque du Soleil oder den Chinesischen Nationalzirkus. Sie begeistern das Publikum, ohne dass auch nur ein einziges Tier gequält wird.“
Abzuwarten bleibt, ob dem Zirkus in Kiel ein ähnlicher Empfang bereitet wird. Unklar ist auch, wie lange Busch-Roland sich solche Blamagen finanziell leisten kann.
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Ergänzungen
HA
Der Zirkus "Martinelly" wurde am Albert-Schweitzer-Haus terrorisiert. Jetzt flüchteten die Hamburger Artisten.
Von Andreas Burgmayer
Norderstedt -
Von der Zirkus-Manege vor der Albert-Schweitzer-Gemeinde zeugt nur noch ein Kreis aus Sägespänen auf der kleinen Wiese. Das Zelt ist weg, die Tiere und Artisten sind weg, der ganze Zirkus "Martinelly" ist weg. "Wir wurden hier behandelt wie der letzte Dreck. Jetzt wollen wir nicht mehr und hauen ab", sagt Esther Löttel. Sie und ihre Familie betreiben den kleinen Mitmachzirkus aus Hamburg-Harburg - in der achten Generation.
Anders kann man es nicht sagen: Die Löttels wurden von einem randalierenden Mob vertrieben. Bis zu zwanzig jugendliche Krawallmacher waren es, die der Zirkusfamilie seit zweieinhalb Wochen Nacht für Nacht übel zusetzten. "Es ging immer so um Mitternacht los", sagt Esther Löttel. "Stockbesoffen kamen sie auf den Platz. Sie schlugen gegen unsere Wohnwagen." Es waren Jungen und Mädchen, sehr aggressiv. "Zigeunerpack" schimpften sie und wollten die Löttels aus den Wagen locken, um ihnen "auf die Fresse zu hauen". Manchmal fuhren sie einfach nur auf den Parkplatz zwischen die Wohnwagen der Zirkusfamilie und ließen die Motoren heulen und die Reifen quietschen. Scheinwerfer und Dekorationen gingen zu Bruch. "Terror die ganze Nacht durch. Von Sonnabend auf Sonntag war es besonders schlimm. Da ging das bis sieben Uhr morgens", sagt Esther Löttel. Ihre Kinder, etwa der kleine Carol (3), hatten furchtbare Angst. Esther Löttel ist im achten Monat schwanger und konnte keine Nacht mehr schlafen. Die Polizei war mehrfach im Einsatz. Doch ausrichten konnte sie nichts gegen die Randalierer. Leider keine Neuigkeit: Schon seit geraumer Zeit machen gewalttätige Jugendliche immer mal wieder die Gegend um die Albert-Schweitzer-Gemeinde unsicher. Die Angriffe auf den Zirkus bilden den vorläufigen Höhepunkt.
Zuvor hatten täglich im "Martinelly"-Zirkuszelt bis zu 150 Kinder bei einem bunten Ferien-Programm mitgemacht. "Um die Kinder tut es uns jetzt leid. Wir wären gerne noch eine Woche geblieben", sagt Esther Löttel. Mit dem "Martinelly"-Zirkus ist die Familie regelmässig an sozialen Brennpunkten in Hamburg zu Gast: "Ob in Steilshoop, Mümmelmannsberg oder am Osdorfer Born - so viel Aggression wie hier haben wir noch nicht erlebt", sagt Löttel. Die Kirchengemeinde Harksheide zeigt sich enttäuscht über die Beschimpfung und Vertreibung ihrer Gäste. "Wir danken dem Zirkus Martinelly für sein Kommen und dafür, dass er trotz aller Schwierigkeiten so lange ausgehalten hat. Wir danken auch der Norderstedter Polizei für Ihre gute Unterstützung. Und wir bitten alle, die über das Abbrechen des Zirkusses enttäuscht sind, um Entschuldigung und um Verständnis für die Not der Zirkusleute", sagen Religionspädagogin Jennifer Preine und Pastor Gunnar Urbach.
Die Kinder sollen nicht die Leidtragenden der Situation sein. Deshalb wird das Kinder-Ferien-Programm auch in der dritten Woche von Dienstag bis Freitag jeweils von 15 bis 18.30 Uhr fortgesetzt - allerdings im Albert-Schweitzer-Haus.
erschienen am 5. August 2008
Antiziganismus
Gestern noch als Antispe- / Tierrechtsaktion getarnt, heute schon mit "Zigeunerpack"-Rufen. Was kommt als Nächstes?
By the way: Der Zirkus Martinely zeigt Tiere, die ihr auch auf jedem gut sortierten Bauernhof (dort aber meist in wirklich engen Stallungen) oder bei Oma Meier auf dem Sofa findet. "Befreit" ihr demnächst dann auch jedes Schaf und Ziege von den Bauernhöfen in eurer norddeutschen Provinz? Oder entführt ihr direkt Oma Meiers Dackel, damit der dann in "Freiheit" auf der Futtersuche verreckt?
Zirkusse wie Martinelly aber, die wirtschaftlich keine großen Sprünge machen können (und vielleicht noch weniger auf dem Sparbuch haben als Oma Meier) und dennoch den grauen Alltag von sozial schwächeren in Ferienfreizeiten etwas bunter machen, die treibt ihr freudestrahlend in die Armut oder direkt in die Obdachlosigkeit.
Aber über soweit denkt ihr sicher nicht, wenn ihr gerade mal wieder in der von Vati gesponsorten 3Zimmer-Wohnung die nächste Antiziga ..., äh ..."Antispe"-Aktion plant.
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